Gesundheitsforum
Nierenversagen: Schleichende Krankheit mit schlimmen Folgen
Bei der Niereninsuffizienz (Nierenversagen) sind die Nieren nicht mehr in der Lage, das Blut ausreichend zu filtern und zu reinigen. Dadurch wird der Körper mit Giftstoffen überschwemmt. Im Anfangsstadium bekommt man dieses Problem noch mit Diät und Medikamenten in den Griff; doch früher oder später ist eine Dialyse oder Nierentransplantation oft unumgänglich.
Dr. Hasan Konyar und Dr. Friedhelm Hamler betreuen ... die Esslinger Schwerpunktpraxis für Nieren- und Hochdruckerkrankungen sowie Zuckerstoffwechselstörugnen. Es werden alle Dialyseverfahren angeboten (Heimdialyse, Bauchfelldialyse, Geniusdialyse). Für Notfalldialysen besteht ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. Ein weiterer Schwerpunkt der Praxis ist die Vor- und Nachsorge von organtransplantierten Patienten.
Das Heimtückische daran ist, dass der Krankheitsprozess häufig unbemerkt voranschreitet, da die Niere Funktionseinschränkungen sehr lange ausgleichen kann. Der Patient merkt oft erst dann etwas von seiner Erkrankung, wenn die Nieren schon über 50% ihrer Leistungsfähigkeit eingebüßt haben. Zwar gibt es auch Fälle von akutem Nierenversagen (z. B. durch schwere Infektionen, starken Blutverlust oder Vergiftungen); doch die chronische Niereninsuffizienz, die langsam und schleichend verläuft, ist wesentlich häufiger.
Die ersten Beschwerden sind so unspezifisch, dass man dabei nicht unbedingt an eine Nierenerkrankung denkt: allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit und geringere Leistungsfähigkeit. Erst im fortgeschritteneren Krankheitsstadium nimmt die Urinmenge ab, da die Nieren jetzt nicht mehr so viel Flüssigkeit ausscheiden können, und es kommt zu Wassereinlagerungen im Körper, die sich in geschwollenen Augenlidern und Fußknöcheln oder durch Lungenödeme (Wasser in der Lunge) mit Atembeschwerden äußern. Gleichzeitig sammeln sich im Blut immer mehr Giftstoffe (so genannte harnpflichtige Substanzen) an, die eigentlich mit dem Urin ausgeschieden werden müssten. Dadurch kommt es zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und im Endstadium schließlich zu Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit und Koma. Weitere, bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz häufig auftretende Symptome sind Bluthochdruck, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz und eine bräunlich-gelbe Verfärbung der Haut. Durch eine Laboruntersuchung kann man ein drohendes Nierenversagen schon frühzeitig feststellen, da harnpflichtige Substanzen wie Harnstoff und Kreatinin dann in höherer Konzentration im Blut vorhanden sind.
Wie kommt es zum Nierenversagen?
Eine chronische Niereninsuffizienz kann die verschiedensten Ursachen haben. Viele davon sind vermeidbar. Risikofaktor Nummer eins – die Glomerulonephritis – leider nicht: Durch diese entzündliche Nierenerkrankung, die akut oder chronisch verlaufen kann, wird die Filtermembran der Nierenkörperchen (Glomeruli) geschädigt. Dahinter steckt meist eine Autoimmunkrankheit, d. h. eine Erkrankung, bei der sich das Abwehrsystem gegen den eigenen Organismus wendet und körpereigenes Gewebe schädigt. Manche Formen der Glomerulonephritis heilen spontan aus oder lassen sich durch Medikamente gut in den Griff bekommen; andere führen innerhalb weniger Monate oder Jahre zum völligen Nierenversagen.
„Nierenfeind“ Nummer zwei ist der Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, auf deren Konto immerhin über 30% aller dialysepflichtigen Fälle von Nierenversagen gehen. Dabei lagern sich in den Wänden der feinen Blutgefäße der Nierenkörperchen zuckerhaltige Eiweiße ab. Diese Ablagerungen beeinträchtigen den Blutfluss in den Nieren und führen mit der Zeit zu einer Nierenfunktionsstörung. Fast ebenso gefährlich für die Nieren ist Bluthochdruck, der ebenfalls die Gefäße schädigt. Dieses unheilvolle Duo ist für rund die Hälfte aller Niereninsuffizienz-Erkrankungen verantwortlich.
Auch wiederholt auftretende oder chronische Nierenentzündungen können das lebenswichtige Organ nachhaltig schädigen. Ursache solcher Entzündungen können u. a. aufsteigende Harnwegsinfekte oder Medikamentenmissbrauch (Schmerzmittel) sein.
Bei der Zystenniere handelt es sich um eine erblich bedingte, angeborene, meist beidseitige Nierenfehlbildung, bei der die Niere von flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen (Zysten) durchsetzt ist, die allmählich immer größer werden und das funktionstüchtige Nierengewebe zunehmend verdrängen. Eine Behandlung ist leider nicht möglich; im fortgeschrittenen Stadium kommt es meist zum völligen Untergang des funktionsfähigen Nierengewebes.
Je früher, desto besser
Wird der fortschreitende Funktionsverlust der Nieren rechtzeitig erkannt, so lässt er sich in vielen Fällen noch hinauszögern oder sogar stoppen. So kann man durch harntreibende Mittel, so genannte Diuretika, beispielsweise die Ausscheidung von Stoffwechselgiften erhöhen; andere Medikamente dienen dazu, den Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt im Körper zu regulieren oder den Blutdruck zu senken. Auch eine eiweiß-, salz-, phosphat- und kaliumarme Diät trägt zur Entlastung der Nieren bei.
Doch in vielen Fällen schreitet der Funktionsverlust der Nieren irgendwann so weit fort, dass diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: eine Nierentransplantation oder die Dialyse („Blutwäsche“). Im Prinzip ist die Transplantation die optimale Lösung, da Patienten mit einer neuen Niere eine bessere Lebensqualität und auch eine höhere Lebenserwartung haben als bei der Dialyse – denn selbst das beste Blutwäscheverfahren kann nicht die volle Funktion einer gesunden Niere ersetzen. Doch leider sind nicht genügend Spenderorgane vorhanden, um alle Patienten damit zu versorgen. Außerdem ist die Rate von Organabstoßungen relativ hoch: Im Laufe von etwa zehn Jahren werden rund 50% der transplantierten Nieren wieder abgestoßen, weil das körpereigene Immunsystem sie als „Fremdkörper“ betrachtet und bekämpft. Wer das Glück hat, ein Spenderorgan zu bekommen, braucht für die Transplantation wenigstens keine weite Reise auf sich zu nehmen: „Wer ,nur‘ eine neue Niere benötigt, ist bei Prof. Olbricht vom Transplantationszentrum Stuttgart bestens aufgehoben“, erklärt der Esslinger Nephrologe Dr. Hasan Konyar. „Patienten, bei denen Nieren und Bauchspeicheldrüse transplantiert werden müssen, schicken wir ins Universitätsklinikum Tübingen zu Prof. Königsrainer.“
Dialyse: heute oft zu Hause möglich
Für die übrigen Patienten ist eine Dialyse die Therapie der Wahl. Hierfür gibt es mehrere verschiedene Verfahren. Alle basieren auf dem Prinzip der Diffusion: Durch eine halbdurchlässige Membran gelangen die harnpflichtigen Substanzen, die ausgeschieden werden müssen, aufgrund des Konzentrationsgefälles in eine Austauschflüssigkeit (Dialysat). Diese Dialyselösung enthält die wichtigsten Elektrolyte (Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid) in genau der richtigen Konzentration für den Organismus. Diese Elektrolyte diffundieren während der Dialyse in den Körper des Patienten hinein.
Das für den Patienten schonendste und angenehmste Verfahren ist die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse). Dabei findet die Blutentgiftung innerhalb des Körpers statt. Als „Membran“ dient in diesem Fall das gut durchblutete Bauchfell (Peritoneum). Dazu wird dem Patienten ein Katheter in den Bauchraum implantiert und eine Spülflüssigkeit mit einem hohen Gehalt an Traubenzucker (Glukose) eingeleitet. Die hochkonzentrierte Glukose bindet das Wasser im Bauchraum und sorgt dafür, dass es dem Körper entzogen wird. Die harnpflichtigen Substanzen diffundieren aufgrund des Konzentrationsgefälles (d. h., weil diese Abfallstoffe im Blut in hoher Konzentration, in der Dialyseflüssigkeit hingegen gar nicht vorhanden sind) aus der Blutbahn in den Bauchraum hinein. Nach der Blutreinigung wird das Dialysat in einen Beutel abgelassen.
Meist wird dieses Verfahren als kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD) durchgeführt: Das heißt, es befindet sich ständig Dialyseflüssigkeit in der Bauchhöhle, die der Patient drei- bis viermal täglich (alle sechs bis acht Stunden) wechseln muss, was er nach entsprechender Anleitung problemlos ohne fremde Hilfe bewältigen kann. So werden dem Körper kontinuierlich Wasser und Giftstoffe entzogen.
Eine andere Alternative ist die kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse (CCPD), bei der der Bauchraum nicht mehrmals am Tag gespült wird, sondern der Patient sich nachts an ein programmiertes Peritonealdialysegerät anschließt, das dafür sorgt, dass das Dialysat alle ein bis zwei Stunden ein- bzw. ausläuft. Dieses Verfahren wird wesentlich seltener angewendet, da es aufwändiger ist und einer sorgfältigen Schulung des Patienten bedarf: „Zunächst einmal muss er das Standardverfahren (die CAPD) beherrschen; dann kann in Einzelfällen auch eine CCPD durchgeführt werden“, erklärt Dr. Konyar. Die CCPD hat den Vorteil, dass der Patient tagsüber von der Dialyse unabhängig ist. Doch grundsätzlich ist man bei beiden Verfahren ziemlich flexibel. Da die Giftstoffe kontinuierlich aus dem Körper entfernt werden, fühlen sich die Patienten wohl und sind beim Essen relativ wenigen Einschränkungen unterworfen. Auch ihre Trinkmenge brauchen sie nicht einzuschränken, da die Eigenurinproduktion bei der Bauchfelldialyse länger erhalten bleibt als beim konventionellen Verfahren, der Hämodialyse. Patienten, die eine Peritonealdialyse durchführen, überleben auch länger als Hämodialyse-Patienten.
Nicht für jeden geeignet
Freilich hat auch dieses Verfahren seine Probleme: Natürlich kommt es nur für Menschen in Frage, die bereit sind, eine gewisse Eigenverantwortung zu übernehmen und die Blutwäsche in den eigenen vier Wänden regelmäßig und mit der gebotenen Sorgfalt durchzuführen. Für sehr fettleibige Menschen kann die Peritonealdialyse zu Problemen führen, weil es manchmal zu einer deutlichen Gewichtszunahme kommen kann. Durch den in den Bauchraum implantierten Dauerkatheter kann es auch zu einer Bauchfellentzündung kommen, was statistisch gesehen etwa alle anderthalb Jahre passiert. Außerdem verdicken sich durch dieses Verfahren im Lauf der Zeit die Zellmembranen im Bauchraum, was den Stoffaustausch erschwert, sodass der Patient irgendwann auf eine Hämodialyse umsteigen muss (ist bei ca. 20–30 % der Patienten innerhalb von 5–8 Jahren der Fall).
Dialysestation am Klinikum Esslingen
Auch das Klinikum Esslingen verfügt über eine Dialysestation unter der Leitung des Nephrologen Oberarzt Dr. med. Dirk Politt. Die Aufgabe der Klinikdialyse ist eine andere als die der niedergelassenen Kollegen. In der Klinik müssen dialysepflichtige Patienten versorgt werden, die beispielsweise vor einem chirurgischen Eingriff stehen, oder Patienten, die wegen anderer akuter Krankheiten im Krankenhaus behandelt werden. Die Dialysespezialisten wirken auch eng mit den intensivmedizinischen Abteilungen zusammen. Ebenso können auch Patienten, die im Haus onkologisch behandelt werden, die notwendige Dialyse erhalten.
Leben mit der „künstlichen Niere“
Bei der Hämodialyse liegt die Membran, über die das Blut entgiftet wird, außerhalb des Körpers. Der Patient muss sich dreimal wöchentlich in einem Dialysezentrum einfinden und wird dann jeweils für vier bis fünf Stunden an ein Dialysegerät („künstliche Niere“) angeschlossen. Bei der Dialyse wird die Blutwäschefunktion der Nieren durch eine Maschine übernommen. Durch diesen Apparat wird das Blut hindurchgeleitet und mittels einer Pumpe so lange durch Kunststoffmembranen gefiltert, bis dem Körper alle auszuscheidenden Substanzen und das überflüssige Wasser entzogen worden sind. Das gereinigte Blut wird in den Kreislauf zurückgeleitet.
Dieses Verfahren ist aufwändiger und für den Patienten belastender als die Bauchfelldialyse und überdies mit einigen Risiken verbunden. Zunächst einmal muss ihm als Zugang für die Dialyse ein so genannter Shunt angelegt werden – eine operative Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene (meist am Unterarm). Denn die Blutwäsche ist nur bei einem ausreichenden Blutfluss von mindestens 200 Milliliter pro Minute in der Vene möglich. Durch den erhöhten Druck des Blutes, das aus der Arterie in die Vene strömt, weitet sich diese auf. Damit sich bei der Dialyse keine Blutgerinnsel bilden, wird dem Patienten vor und während der Blutwäsche ein blutverdünnendes Mittel (Heparin) verabreicht, das allerdings auch das Risiko von Blutungen erhöht. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Patient strengeren Diätvorschriften unterworfen ist als bei der Peritonealdialyse: Er muss sich kalium- und phosphatarm ernähren. Das bedeutet, dass er mit vielen Grundnahrungsmitteln und Lebensmitteln, die eigentlich gesund sind, wie beispielsweise Milch, Kartoffeln, Bananen, Steinobst, Tomaten, Salaten und Gemüse, vorsichtig sein muss.
Die eigene Urinproduktion versiegt bei der Hämodialyse schon nach einem halben bis drei viertel Jahr, während die Urinproduktion bei der Bauchfelldialyse oft über drei bis vier Jahre erhalten bleibt. Und je weniger Urin der Patient ausscheidet, umso weniger darf er während der Tage zwischen den einzelnen Dialysebehandlungen trinken. Sonst kann es aufgrund der fehlenden Ausscheidung vermehrt zu Wassereinlagerungen im Körper bis hin zum Lungenödem kommen. Außerdem können durch den extremen Flüssigkeitsentzug während der Dialyse Kreislaufstörungen mit Blutdruckabfall und Übelkeit auftreten. Auch diese Einschränkung der Trinkmenge ist eine Belastung für die Patienten, vor allem an heißen Tagen oder nach körperlicher Aktivität. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Behandlung in den Dialysezentren nur etwa dreimal pro Woche stattfindet. In den Tagen dazwischen sammeln sich Giftstoffe im Körper an, was sein Allgemeinbefinden und seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Die einzige Lösung besteht auch hier in der Blutwäsche: Nach einer Schulung können Patienten die Hämodialyse auch zu Hause (und damit flexibler und häufiger als im Dialysezentrum) durchführen, was allerdings wesentlich komplizierter und aufwändiger ist als bei der Bauchfelldialyse.
Ohne die beiden etwa 150 Gramm schweren, bohnenförmigen Organe, die unter unserem Zwerchfell zu beiden Seiten der Wirbelsäule liegen, könnten wir keinen Tag lang überleben. Denn sie filtern nicht nur Endprodukte des Stoffwechsels, sondern auch Medikamente und Umweltschadstoffe aus unserem Blut heraus, sodass diese über den Urin ausgeschieden werden können. Außerdem halten sie unseren Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht und produzieren auch noch Hormone: Renin (wichtig für die Blutdruckregulierung) und Erythropoetin (unerlässlich für die Blutbildung). Die erste Filterung findet in den Nierenkörperchen (Glomeruli) statt – Knäueln aus kleinen Arterien (Arteriolen) mit je einem zuführenden und einem abführenden Gefäß. In den Glomeruli wird das Blut gefiltert: Wasser und kleinste Bestandteile des Blutplasmas werden aus dem Blut herausgezogen, wodurch der so genannte Primärharn (rund 180 Liter pro Tag) entsteht. Blutkörperchen und größere Eiweiße verbleiben dagegen im Blut. Der Primärharn gelangt ins Tubulussystem, wo ihm Stoffe, die der Körper benötigt, wieder entzogen und ins Blut zurücktransportiert werden. Andererseits wird er dort auch wiederum mit weiteren auszuscheidenden Stoffwechselprodukten angereichert. So entsteht der Sekundärharn (1 bis 2,5 Liter pro Tag), der über die Blase ausgeschieden wird.
Nierenerkrankungen: So können Sie vorbeugen
Durch einfache Maßnahmen kann man viel tun, um einer Niereninsuffizienz vorzubeugen oder sie zumindest rechtzeitig zu erkennen.
• Da Bluthochdruck und Diabetes wichtige Risikofaktoren für die Entstehung einer Nierenschwäche sind, sollte jeder seine Blutdruck- und Blutzuckerwerte kennen bzw. regelmäßig kontrollieren lassen. Wer unter Bluthochdruck oder Diabetes leidet, kann sein Risiko für die Entwicklung einer Niereninsuffizienz durch eine gute Blutdruck- bzw. Blutzuckereinstellung minimieren. Außerdem sollte der Arzt den Harn bei Diabetikern regelmäßig auf Eiweiß untersuchen.
• Mit Harnwegsentzündungen ist nicht zu spaßen, denn was als „harmlose“ Blasenentzündung beginnt, kann leicht auf die Nieren übergreifen. Blasenentzündungen werden meist durch Bakterien hervorgerufen, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen, und betreffen überwiegend Frauen, da bei ihnen die Harnröhre sehr kurz ist und After und Scheide nahe beieinanderliegen, sodass Bakterien aus dem Darm leicht in die Harnröhre und von dort aus in die Blase gelangen können. Sie äußern sich durch häufigen Harndrang und brennende Schmerzen beim Wasserlassen. Manchmal ist der Urin durch Blutbeimengungen rötlich verfärbt. Behandelt wird eine Blasenentzündung in der Regel durch Antibiotika. Wenn die Nieren an der Entzündung beteiligt sind, treten zusätzlich zu den Beschwerden beim Wasserlassen Fieber, Abgeschlagenheit und Schmerzen in der Nierenregion auf. Spätestens dann sollte man schleunigst zum Arzt gehen, denn bei einer Nierenentzündung sind Bettruhe, die Einnahme von Antibiotika und oft eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig.
• Auch immer wiederkehrende oder chronische Harnwegsinfektionen können auf die Dauer die Nieren schädigen. Wenn Harnwegsinfekte häufig auftreten, steckt oft eine Harnröhrenverengung, eine Prostatavergrößerung oder ein Harnsteinleiden dahinter. Auch dies sollte man vom Arzt abklären lassen.
• Harnwegsinfektionen kann man durch Analhygiene vorbeugen: Frauen sollten beim Reinigen des Afters mit dem Toilettenpapier oder Waschlappen immer von vorn nach hinten wischen, niemals in umgekehrter Richtung, da sonst leicht Krankheitserreger aus dem After in die Scheidengegend gelangen und eine Blasenentzündung hervorrufen können. Eine ausreichende tägliche Trinkmenge spült die Nieren durch und beugt der Entstehung von Harnwegsinfekten vor: Zweieinhalb bis drei Liter pro Tag dürfen es ruhig sein. Nasse Badekleidung sollte nach dem Baden rasch ausgezogen werden, da auch Kälte und Nässe Blasen- und Nierenentzündungen begünstigen.
• Durch eine dauerhafte, langjährige Einnahme von hochdosierten Schmerzmitteln können die Nieren ebenfalls geschädigt werden. Das Gleiche gilt für nichtsteroidale Antirheumatika, die häufig bei Rückenschmerzen und anderen rheumatischen Erkrankungen verordnet werden, wie beispielsweise Diclofenac oder Ibuprofen.